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27.06.17 – Robomat — read English version Techtextil: Digitales Flächenmikroskop Von Iris Schlomski Weltneuheit auf der Techtextil 2017: Eine Hybridkamera – Mikroskop und Fotoapparat in Einem. Inspiration ist das Sehvermögen des Adlers. Robomat / Roboskop mobil-Bedienung © Robomat Mit zwei Fingern am Touchscreen einfach die markierte Stelle vergrößern und prüfen © Iris Schlomski Ob Qualitätssicherung oder Produktentwicklung: Die Suche nach einem Materialfehler in textiler Ware reduziert sich mit dem Flächenmikroskop von Robomat darauf ein Bild auslösen. Sofort markiert die integrierte Bilderkennung eventuelle Fehler. Mit zwei Fingern am Touchscreen einfach die markierte Stelle vergrößern und prüfen. Zurück zur DIN A4 großen Übersicht und auf nächsten Fehler zoomen. Oder die Fehlersuche ganz der Bilderkennung überlassen. Sollen auf einer großen (textilen) Fläche kleine Details etwa Materialfehler mit einer Lupe oder Mikroskop gesucht werden, verliert man schnell den Überblick und viel Zeit. Der Tüftler Dieter Ainedter aus Salzburg hat sich dieses Problem zu Herzen genommen und gemeinsam mit seinem Team gelöst. Die Weltneuheit heißt Roboskop. Clevere Entwicklung aus Standard-Komponenten Sie basiert auf der Kombination des schnellsten derzeit verfügbaren -Tablets unter Windows und Spitzen-Consumer-Kameras mit höchster Auflösung. Dazu kommt Bilderkennungssoftware, eine Light-Box und die motorische Steuerung von Optik und Achsen. Das „Vorbild war der Adler“, erklärt Dipl. Ing. Ainedter, Chef von Robomat Deutschland, einer Ingenieur-Denkfabrik in Freilassing. „Der Adler schafft es, aus einem Kilometern Höhe ein riesiges Gebiet im Sehfeld zu behalten - und gleichzeitig den Blick auf eine kleine Maus am Boden scharf zu stellen.“ Sozusagen extremes Weitwinkel und Mega-Teleskop in einem. „Das war bislang in der technischen Produktentwicklung und Qualitätskontrolle nicht zu schaffen“, so Ainedter weiter, „denn unter dem Mikroskop im Labor kann man jeweils nur einen kleinen Teil der Materialprobe analysieren. Dadurch wird schon die penible Prüfung einer Fläche in den Abmessungen eines Tablets zur zeitaufwendigen Sisyphusarbeit.“ Schlimmer noch: „Bei der Neuentwicklung von Materialien müssen oft Hunderte derartiger Analysen vorgenommen werden, das kostet viel Zeit und Geld, das bremst die Produktentwicklung.“ Mobiles Adlerauge als Innovationsbeschleuniger Statt des winzigen Bereichs unter dem Okular erfasst das Adlerauge „auf einen Blick“ das Areal einer kompletten A4-Seite. Das vervielfacht die Geschwindigkeit der Fehlererkennung. Roboskop findet nach dem selben Prinzip blitzschnell die Fehler in der Fläche: Mehrere Kameras mit der höchsten heute verfügbaren Megapixelanzahl und die integrierte Bilderkennung erlauben das Entdecken von Materialfehlern in der Winzigkeit von nur 1/100 Millimeter (10 μ). Das ist fünfmal feiner als ein menschliches Haar. Die Bilderkennungssoftware des Flächenmikroskops gibt in Echtzeit Aufschluss über Art und Umfang des Problems: Häufigkeit, Fläche, Durchmesser, statistische Verteilung und weitere Mängelkategorien werden automatisch entdeckt, markiert und protokolliert. Steigflug für Qualitätskontrolle in zahlreichen Branchen „Das bedeutet eine gewaltige Effizienzsteigerung in Produktentwicklung, Analyse und Qualitätskontrolle“, ist sich Ainedter sicher. „Nicht nur in der Textilindustrie und bei Technischen Textilien wie Kohlefasern. Interesse gibt es auch bei Artbestimmung von Kleinlebewesen bis zur Umweltanalytik.“ Das Roboskop gibt es in zwei Ausführungen: Dem transportablen akkubetriebenen Roboskop mobil, das z.B. am Schautisch verfahren werden kann und in einer Laborversion, hier positionieren motorischen Achsen die Kamera über der Probe.
Schlomski_Roboskop_Adlerauge.docx
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